Gestatten – 10 Gründe, mal wieder ins Museums zu gehen!

Gestatten - Kunst!

 

Zurück aus der Sommerpause!
Habt Ihr die Hitze gut überstanden? Bald werden die Tage wieder kürzer, dunkler und nasser. Eine gute Zeit, um mal wieder ins Museum zu gehen. Hier noch 10 weitere Gründe:

I. Es ist so schön ruhig.
Museen gehören heute zu den wenigen Orten, an denen Handynutzer noch böse angeschaut und hinaus gebeten werden. Hier hat die Ehrfurcht vor der Kunst wenigstens einen Vorteil.

II. Man hat ein Thema für den nächsten Party-Small Talk.
Über den letzten Ausstellungsbesuch zu sprechen, kann auf Partys auf verschiedene Art hilfreich sein: Man findet einen kunstinteressierten Gesprächspartner und hat gleich ein Thema. Man findet einen kunstdesinteressierten Gesprächspartner und kann seine Talente als Kunstexperte testen. Man findet gar keinen Gesprächspartner und stellt sich der Herausforderung, sein Lieblingswerk aus der Ausstellung mit den Zutaten des Buffets nachzugestalten.


III. Nichts ist besser als das Original.
Dicke Kunstbüchern zu wälzen ist eine schöne und entspannende Tätigkeit für verregnete Wochenenden. Aber nichts geht über das Vis-à-vis mit einem Original. Hier erlebt man immer wieder Überraschungen: Der wandfüllende Kunstdruck überm eigenen Sofa ist in Wirklichkeit ganz klein (funktioniert auch andersrum). Farben erscheinen völlig anders als auf Abbildungen. Und, auch wenn das jetzt pathetisch klingt, die Ausstrahlung eines Originals ist unübertrefflich. Ich habe da schon mehrfach nasse Augen gekriegt vor Werken, die mir vorher nichts gesagt haben.

IV. Es bietet einen guten Grund, mal in eine andere Stadt zu fahren.
Museumsbesuche sind immer eine gute Gelegenheit, sich aus seiner alltäglichen Umgebung auszuklinken, und lenken wunderbar von dem ab, was uns gerade beschäftigt. Potenzieren kann man diese Wirkung, indem man den Besuch mit einer Städtereise verbindet.

V. Es gibt meistens kostenlose Kunstzeitungen.
Kunstzeitungen wie ZeitKunst, Kunst:Art und Kunstzeitung geben einen guten Überblick über aktuelle und kommende Ausstellungen und bieten in ihren Artikeln interessantes Hintergrundwissen – und das ganz umsonst!

VI. In Museumsshops kann man viele schöne unnütze Dinge kaufen.
…und das Geld ausgeben, dass man bei den kostenlosen Zeitungen eingespart hat.

VI. Man kann wunderbar Sozialstudien betreiben.
Auch auf die Gefahr hin, dass man selbst zum Studienobjekt wird: Es ist spannend, Menschen im Museum zu beobachten. Wie gehen die Besucher vor? Biegen sie, wenn sie den Raum betreten haben, links oder rechts ab? Klebt ihnen ein Audioguide am Ohr, der sie wie ferngesteuert durch den Raum laufen lässt, oder rennen sie mit dem Smartphone im Anschlag von Bild zu Bild, um ein Foto zu machen und dann gleich weiterzueilen?

VIII. Jeden Tag eine gute Tat.
Es gibt solche, solche und solche Museumsaufsichten: Die einen bewachen Kunstwerke wie Kampfhunde und können so böse gucken, dass man nicht wagt, näher als drei Meter an ein Objekt heranzutreten. Dann gibt es die, die einem unaufgefordert zu jedem Exponat einen mehr oder minder fundierten Vortrag halten. Und es gibt die Unaufdringlichen. Denen sollte man den Gefallen tun und mit ihnen ins Gespräch kommen, denn sie freuen sich, wenn man sie nicht wie ein Stück Inventar behandelt. Meistens wissen sie viel über die Kunst, die sie betreuen, und geben kurz und präzise Auskunft darüber.

IX. Man geht selten dümmer raus als vorher.
Dieser Punkt erfordert wohl keine weitere Erläuterung.

X. Wo sonst kann man als erwachsener Mensch einfach nur so sitzen und vor sich hinstarren, ohne dabei seltsam beäugt zu werden?
S. Punkt 9.

 

 

Nächstes Mal fragen wir uns: (Wie) schaffen Bilder Macht?

 

Thomas Rowlandson: Exhibition of Water Coloured Drawings, 1808 – Metropolitan Museum of Art, New York | Honoré Daumier: 5 o’clock on June 30th, aus: ‚The public at the exhibition,‘ 1864,  | ders.: Der Kenner, um 1860, ebd. | ders.: Hinweis für Abonennten, um 1840, ebd. | Underwood & Underwood: Venus von Capua, Museum, Neapel, um 1900, Gelatine-Silber-Print, Paul Getty Museum

6 thoughts on “Gestatten – 10 Gründe, mal wieder ins Museums zu gehen!

  1. Super Idee! Hab sie gleich umgesetzt und 3 Exkursionen gebucht, u.a. einen 2. Besuch im Arp Museum Remagen, zur Graubner-Ausstellung (… nasse Augen)!

  2. Wow, wie vielfältig und schön doch Museumsbesuche sein können. Ganz ehrlich, die Seite ist klasse, die Beiträge sind erfrischend und für mich ein Gewinn in meinem eher kunstfernen Alltag. Ich mache jetzt mal Werbung für diesen tollen Blog!

  3. Wie immer sehr erfrischend, aufheiternd und amüsant! Habe gleich nochmal Werbung gemacht auf Fratzenheft und geteilt! Weiter so… freue mich auf die nächste Aufgabe! Bis ganz bald, liebe Grüße, Nele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.